„Vom Kardinalsornat zur Luther-Bibel“ hieß die Ausstellung, durch die Albrecht Henkys uns führte. Sie illustrierte das Leben des Seidenstickers Hans Plock, der in der ersten Hälfte seines Lebens für den Kardinal Albrecht von Brandenburg tätig war, sich später Martin Luther verschrieb. Wir bewunderten die zweibändige Lutherbibel aus dem Jahre 1541, die er kommentierte, illustrierte, in die er Grafiken von Dürer, Cranach d.Ä. Grünewald und anderen einklebte. Interessant auch der Umgang mit den Grafiken von Grünewald, die dem von Plock geschaffenen Zusammenhang entrissen wurden.

Weiterhin waren diverse Textilobjekte, Gemälde, Urkunden, Akten, Grafiken zu bewundern.
Die lichttechnische Einrichtung der Werkstatt ließ niemanden unbeeindruckt.
Der folgende gemütliche Teil des Abends machte seinem Namen alle Ehre. Wie man sehen kann, musste niemand hungern oder dursten. Highlights waren die Bärlauchpizza und die japanischen schön scharfen Tintenfischnaschereien.


Paretz
Herzlichen Dank an Stefanie Schulze Buschhoff und ihren Mann, die uns so freundlich bedienten, und an Irene Hesselbarth und Barbara Korbel für den wunderbaren letzten Augustabend in Paretz.

Schloss Paretz und Haus Schulze Buschhoff
Im Schloss sahen wir einen wunderbaren Film, der eindrucksvoll die Restaurierungsarbeiten dokumentiert. Irene Hesselbarth ging in ihrer Führung besonders auf die Restaurierung der Tapeten ein.
Einen schönen Ausklang nahm der Abend im Garten der Familie Schulze Buschhoff. Wir wurden mit selbstgebackenem Brot, verschiedenen Vorspeisen, Tagliatelle mit Salbeibutter und gutem Wein verwöhnt. Unter diesen Bedingungen trat das Fachliche etwas in den Hintergrund.


Katastrophenschutz
Konservatorische Digitalfotografie
In diesem spannenden Vortrag präsentierte Hinrich Peters diverse Bilder und berichtete über Anwendungsmöglichkeiten digitaler Fotografie. Er zeigte eindrucksvoll, wie durch elektronische Nachbearbeitung von UV-Bildern beinahe unsichtbare Schrift lesbar wird. Diese Arbeitsweise wurde gewählt, um das Papier vor dem andauernden Verschrammen durch gern verwendete UV-Handlampen zu bewahren (Bilder 3 und 4). Außerdem gab er einen Einblick in den Aufbau der Restaurierungsdatenbank des GStA PK. Sollte es Fragen geben, kann man sich über das Kontaktformular an Hinrich Peters wenden.
Weiterführende Informationen findet man hier:
RESTAURO-EXTRA April 2005 (S. 13ff – Markus Hundemer: „Analog archivieren – digital erschließen“), ein Beitrag in der RESTAURO-Beilage, der ausführlich und gut geschrieben das Streitthema Papier gegen Pixel behandelt.
Volkert Emrath ist Gemälderestaurator. Auf seiner Seite https://www.emrath.de/ zu stöbern ist aber auch für andere Gewerke aufschlussreich und sogar unterhaltsam. https://www.emrath.de/irbeispe.htm (Untersuchung durch UV-Reflex-Photographie) , https://www.emrath.de/irbeispg.htm#schreibmaschine (Untersuchungen an abgedeckten Schriftzügen und geschwärzter Schreibmaschinenschrift mittels UV und Infrarot-Reflektogramm


Leder
Über die Behandlung von Einbandleder hat der Schweizer Restaurator Martin Strebel einen Text ins Netz gestellt. Es geht um Grundlagenforschung und ihre praktische Umsetzung, außerdem kann man Gespräche mit den Chemikern Peter Hallebeek und Rene Larsen sowie mit Kerstin Forstmeyer nachlesen. https://www.atelierstrebel.ch/ctrb_daten/7_einbandleder.pdf
Es werden Lederpflegemittel angeboten, die einen zu hohen Fettgehalt haben, was zu einem zwar oberflächlich befriedigenden Ergebnis führt, jedoch die Lederoberfläche verschließt und oft zu Überfettung führt, ein Problem für die nächste Generation der RestauratorInnen. Meist sind die Inhaltsstoffe nicht deklariert, genau das sollte einen davon abhalten, diese Vaselinen und Fette anzuwenden.
Heike Sommerfeld berichtete von ihren Testergebnissen mit unterschiedlichen Lederpflegemitteln.
